Wissenswertes

Leistungsdiagnostik

Das Ziel einer ersten leistungsdiagnostischen Untersuchung besteht zum einen darin, den Gesundheitszustand des Athleten zu beurteilen und zum anderen aber auch, seinen aktuellen Leistungsstand zu bestimmen. Aufgrund des so herausgefundenen Ist-Wertes wird das Training gesteuert. Regelmäßige nachfolgende Diagnosen dienen zur Kontrolle des Trainingserfolges. Findet eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit in den gewünschten Bereichen statt, ist das Training zieladäquat und somit leistungssteigernd, ist dies nicht der Fall sollte das Training in seinen Belastungsnormativen, d.h. Häufigkeit, Intensität, Dauer und Umfang überdacht und neu konzipiert werden.

Eine Diagnose der Ausdauerfähigkeit über eine Laktatmessung (Laktatstufentest zur Bestimmung der Laktatleistungskurve) kann beispielsweise während einer Laufbandergometrie durchgeführt werden, aber auch direkt als Feldtest auf dem Sportplatz. Der Conconi-Test, bei dem die Ausdauerfähigkeit über Herzfrequenzen bestimmt wird, ist nicht so aussagekräftig wie die zuvor genannten Testverfahren, aber mit dem geringsten Aufwand verbunden. Welcher Test angewandt wird, ist vom Leistungsstand und vom verfolgten Ziel des Sportlers abhängig.

Durchführung Stufentest

In der Regel wird ein so genannter Stufentest im Stadion, auf dem Laufband oder auf einem Ergometer durchgeführt. Hierbei wird die Belastung je nach Testdesign alle 2-5 min gesteigert. Nach jeder Stufe wird ein Tropfen Blut abgenommen, um damit die Laktatkonzentration zu bestimmen. Auf dem Laufband kann beispielsweise mit einer Geschwindigkeit von 3 m/s begonnen werden. Nach 3 min wird in einer kurzen Pause das Blut abgenommen, dann geht es mit einer gesteigerten Geschwindigkeit (z.B. 3,5 m/s) weiter. Die erhaltenen Laktatwerte werden über die Geschwindigkeit in einem Diagramm aufgetragen. Die Kurve, die durch Verbinden der Punkte entsteht, ist besonders im Bereich zwischen 2 und 4 mmol/l Laktat auszuwerten. Je trainierter ein Proband ist, desto weiter rechts (im Beispiel also bei höherer Geschwindigkeit) wird die anaerobe Schwelle von 4 mmol/l (kann jedoch individuell verschieden sein) liegen. Vor Beginn des Stufentests sollte der Ruhelaktatwert ermittelt werden.

Die Laktatbestimmung kann sportspezifisch durchgeführt werden. So bietet es Vorteile wenn ein Radsportler auf dem Ergometer oder gar auf dem Rad, ein Läufer laufend oder ein Schwimmer beim Schwimmen getestet wird, da die Messergebnisse so Hinweise für das jeweilige Training geben können.

Erwärmen und Dehnen

Aufwärmen bedeutet, sich sowohl physisch als auch psychisch auf die bevorstehende Belastung in Training oder Wettkampf vorzubereiten. Angestrebte körperliche Veränderungen wie Temperaturerhöhung, Anstieg der Durchblutung und Steigerung des Stoffwechsels bringen den Körper in Aktivitätsbereitschaft. Neben einem Einlaufen wird als wesentlicher Bestandteil des Aufwärmens häufig das Dehnen oder Stretching angesehen, dessen unterschiedliche Formen und Anwendungsmöglichkeiten immer wieder diskutiert wurden.

Im Folgenden einige zu beachtende Punkte:

  • Zu ausgiebiges statisches Dehnen ist kontraproduktiv, da die Muskeln dadurch ihren Tonus und somit an Kontraktionsschnelligkeit verlieren.
  • Eine durch das Dehnen bewirkte psychische Entspannung kann einen Leistungsabfall nach sich ziehen.
  • Stretching nach dem Training erzielt keine beschleunigte physiologische Regeneration.
  • Nach intensiven mit Laktatbildung verbundenen Belastungen keine Dehnung einbauen, da statische Dehnungen zu Kompressionen der Blutgefäße in der Muskulatur führen und damit die für die muskuläre Regeneration benötigte optimale Blutversorgung der Muskelzellen verhindern.

Das Aufwärmen sollte also unter funktionellen zieladäquaten Gesichtspunkten durchgeführt werden. Aber wenn dehnen, egal ob vor oder nach dem Laufen, dann gilt: keine zu heftigen Dehnübungen durchführen, da diese evtl. zu kleinen Muskelverletzungen führen können.

Bedeutung

Laktat ist das Salz der Milchsäure, die bei anaerobem Abbau von Muskelglykogen, also bei Energiegewinnung ohne Sauerstoff, übermäßig entsteht. Anaerobe Energiegewinnung findet bei starker muskulärer Belastung statt, bei der die Sauerstoffversorgung nicht ausreicht, um die energieliefernden Phosphate direkt wieder zu resynthetisieren. Ein Anhäufung von Laktat im Muskel macht diesen “sauer” (metabolische Azidose), was Schmerzen verursacht und wodurch dessen Leistungsfähigkeit abnimmt.

Folgende Nachteile resultieren aus einem erhöhten Milchsäureaufbau:

  • Muskuläre Ermüdung
  • Verringertes Koordinationsvermögen
  • Vergrößerte Verletzungsgefahr
  • Beeinträchtigung des Kreatinphosphatsystems
  • Stagnation der Fettverbrennung

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